01Notiz 01 · achte Linie
Sieben Minuten an der Schranke
Wir warteten auf das Ende des Regens und bemerkten erstmals die unterschiedlichen Markierungen. Lena prüfte die Höhe anhand von drei erhaltenen Bolzen. In der älteren Notiz stand ein anderer Abstand. Statt ihn zu berichtigen, behielten wir beide Werte und ergänzten eine Skizze. Manchmal beginnt Forschung damit, nicht die bequemere Zahl auszuwählen.
02Notiz 02 · unteres Ufer
Wasser unter der letzten Linie
Eine weitere Stufe war aufgetaucht. Sie war sauber, ohne den erwarteten Schlammrand. Wir notierten den Wasserstand und kehrten auf den oberen Absatz zurück. Eine Stunde später hatte sich das Licht verändert; die saubere Kante fiel nicht mehr auf. Ein Foto fehlt. Geblieben ist eine Zeichnung mit dem Standort der beobachtenden Person.
03Notiz 03 · trockener Kanal
Das ausbleibende Brummen
Eine Person hörte am Träger ein Brummen, die andere nur Tropfen. Wir tauschten die Plätze, doch das Geräusch blieb aus. Abends wollten wir es als Eigenheit der Halle beschreiben. Das Journal blieb bescheidener: Eine Person hatte einen kurzen, tiefen Laut gehört. Dort endet die Aussage.
04Notiz 04 · Station
Blätter hinter dem Gitter
Auf dem unteren Absatz lagen trockene Blätter außerhalb der Reichweite des Regens. Eines drehte sich um, während wir den Eingang zeichneten. Die Ursache blieb unbekannt. Hier endete der Weg; weiter hinten war der Zugang versperrt. Wir ergänzten nur den sichtbaren Bereich und ließen den fernen Korridor auf der Skizze leer.
05Notiz 05 · nördlicher Rand
Stille hinter der Waldlinie
Am Waldrand hörten wir die Schritte der anderen nicht mehr. Der Vogel jenseits der Schneise blieb deutlich. Sascha wollte weitergehen, Marina zur letzten Markierung zurück. Wir wählten die Markierung. Beim zweiten Anlauf kam Wind auf, und der Unterschied verschwand. Abends stand im Journal: Auch die Rückkehr gehört zum Weg.